Microsoft Intune kann Geräte registrieren, konfigurieren, mit Richtlinien versehen und technisch überwachen. Es zeigt verwaltete Geräte, Betriebssystem- und Hardwareinformationen, Compliance-Zustände und — abhängig von Registrierung und Plattform — auch Nutzerbezüge. Für viele IT-Teams ist Intune deshalb die wichtigste Quelle für den aktuellen technischen Zustand ihrer Windows-, macOS- und Mobilgeräte.

Ein vollständiges IT-Asset-Management beantwortet jedoch weitere Fragen: Wem gehört ein Gerät? Was hat es gekostet? Welche Garantie gilt noch? Wer hat es physisch übernommen? Wo sind Dockingstation, Monitor und Zubehör? Was muss bei einem Austritt zurückkommen? Und wie bleibt die Historie nachvollziehbar, nachdem ein Gerät aus Intune entfernt wurde?

Die kurze Antwort lautet daher: Intune ersetzt ein ITAM nicht — und ein ITAM ersetzt Intune nicht. Die beiden Systeme haben unterschiedliche Aufgaben. Sinnvoll kombiniert liefern sie ein vollständigeres Bild, ohne dass die IT dieselben Gerätedaten manuell in zwei Systemen pflegen muss.

Was Intune bereits gut abdeckt

Intune ist eine Plattform für Unified Endpoint Management. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem laufenden Betrieb von Endgeräten. Dazu gehören je nach Gerätetyp, Betriebssystem und Konfiguration unter anderem:

  • Geräte registrieren und in die Verwaltung aufnehmen,
  • Konfigurations- und Sicherheitsrichtlinien verteilen,
  • Anwendungen bereitstellen oder entfernen,
  • Compliance- und Gerätezustände auswerten,
  • technische Geräteattribute und letzte Kontakte anzeigen,
  • Maßnahmen wie Sperren, Zurücksetzen oder Außerbetriebnahme auslösen,
  • primäre oder registrierte Nutzerbezüge darstellen, wenn diese in Intune vorhanden sind.

Diese Informationen sind operativ: Sie helfen zu beurteilen, ob ein Endpoint verwaltet, erreichbar und regelkonform ist. Genau dafür sollte Intune auch die führende Quelle bleiben. Ein ITAM sollte nicht versuchen, den aktuellen Compliance-Zustand manuell nachzubilden.

Welche Fragen erst im IT-Asset-Management vollständig werden

Der Lebenszyklus eines Assets beginnt oft vor der Intune-Registrierung und endet nicht automatisch mit seiner Entfernung aus dem MDM. In diesen Phasen braucht die IT weitere Informationen.

Beschaffung und kaufmännische Daten

Bestellbezug, Kaufdatum, Preis, Lieferant, Kostenstelle und Garantie gehören nicht zum Kernauftrag eines Endpoint-Management-Systems. Für Ersatzplanung und Budgetgespräche sind sie trotzdem wichtig. Im ITAM können diese Daten direkt am Asset stehen, statt über Bestellung, Rechnung und mehrere Tabellen verteilt zu sein.

Physische Übergabe und Verantwortung

Ein Nutzerbezug in Intune ist wertvoll, aber nicht in jedem Fall dasselbe wie eine dokumentierte Übergabe. Geteilte Geräte, Lagergeräte, Ersatzgeräte oder ein Notebook im Versand können technisch registriert sein, ohne gerade von einer Person verantwortet zu werden. Umgekehrt können Monitore, Headsets, Schlüssel oder andere nicht verwaltete Gegenstände gemeinsam mit einem Notebook ausgegeben worden sein.

Eine ITAM-Zuordnung dokumentiert deshalb bewusst, wer welches konkrete Asset wann erhalten oder zurückgegeben hat. Seriennummer, Zubehör und Zustand lassen sich dabei getrennt vom technischen Nutzerkontext pflegen.

Historie über die MDM-Mitgliedschaft hinaus

Nach einem Austausch, einer Rückgabe oder einer Aussonderung kann ein Gerät aus Intune verschwinden. Für die interne Dokumentation bleibt seine Geschichte trotzdem relevant: frühere Zuordnungen, Reparaturen, Statuswechsel, Garantie und Verbleib. Das ITAM bewahrt diesen organisatorischen Lebenszyklus, auch wenn das Gerät nicht mehr aktiv verwaltet wird.

Nicht verwaltete Assets und Zubehör

Nicht alles mit Wert besitzt einen MDM-Agenten. Netzwerkhardware, Monitore, Peripherie, Komponenten, Verbrauchsmaterial und Softwarelizenzen brauchen je nach Unternehmen ebenfalls eine strukturierte Bestandsführung. Ein ITAM führt diese Inventarklassen neben den aus Intune synchronisierten Geräten.

Onboarding und Offboarding

Beim Einstieg einer Person geht es nicht nur um Gerätekonfiguration. Die IT muss verfügbare Hardware auswählen, Zubehör zusammenstellen, Übergaben dokumentieren und gegebenenfalls Freigaben einholen. Beim Austritt müssen alle zugeordneten Gegenstände sichtbar sein, Rückgaben verfolgt und Lizenzen für die nächste Nutzung freigegeben werden. Intune liefert technische Aktionen; das ITAM koordiniert den betrieblichen Vorgang rundherum.

Intune oder ITAM: eine praktische Aufgabenverteilung

Frage Führendes System
Ist das Gerät registriert und wann hat es zuletzt Kontakt aufgenommen? Intune
Welche Konfigurations- und Compliance-Richtlinien gelten? Intune
Welche technischen Geräteattribute meldet der Endpoint? Intune
Wer hat das physische Gerät wann übernommen? ITAM
Was wurde bezahlt und wann endet die Garantie? ITAM
Welche Monitore, Docks oder anderen Gegenstände gehören zur Ausgabe? ITAM
Welche Stationen hatte das Asset während seines Lebenszyklus? ITAM
Was muss beim Offboarding zurückgegeben werden? ITAM, ergänzt um Aktionen in Intune und Identity-Systemen

„Führendes System“ bedeutet nicht, dass die Information nur an einer Stelle sichtbar sein darf. Es bedeutet: Eine Quelle ist für die Aktualisierung verantwortlich, die andere übernimmt die benötigten Werte per Synchronisation. Diese Entscheidung verhindert widersprüchliche Korrekturen und unklare Zuständigkeiten.

So bauen Sie die Verbindung ohne doppelten Pflegeaufwand auf

1. Ziel und Umfang festlegen

Starten Sie mit einer konkreten Frage statt mit allen verfügbaren Feldern. Ein gutes erstes Ziel lautet zum Beispiel: „Alle aktiv verwalteten Notebooks sollen im Inventar erscheinen und einer verantwortlichen Person zugeordnet werden können.“ Legen Sie fest, welche Plattformen, Eigentumsarten und Gerätekategorien zunächst enthalten sein sollen.

Definieren Sie gleichzeitig, was bewusst nicht automatisch passieren soll. Ein von Intune gemeldeter Nutzer kann ein technischer Bezug sein; ob daraus ohne Prüfung eine physische Übergabe wird, hängt von Ihrem Prozess ab.

2. Eindeutige Identifikatoren prüfen

Seriennummern eignen sich oft zur Wiedererkennung, sind aber nicht in jedem Datenbestand vollständig oder einheitlich. Prüfen Sie vor dem ersten Abgleich insbesondere:

  • fehlende oder generische Seriennummern,
  • mehrfach registrierte Geräte,
  • unterschiedliche Schreibweisen von Hersteller und Modell,
  • Test-, virtuelle und persönlich besessene Geräte,
  • Geräte, die bereits manuell im ITAM angelegt wurden.

Ein kleiner Testlauf macht sichtbar, ob neue Datensätze entstehen oder vorhandene Geräte aktualisiert werden. Erst wenn diese Logik stimmt, sollte der gesamte Bestand synchronisiert werden.

3. Technische und organisatorische Felder trennen

Lassen Sie Intune die technischen Attribute aktualisieren, die es tatsächlich beobachtet. Kaufpreis, Bestellnummer, Garantie, Lagerort, interner Status oder dokumentierte Übergaben werden dagegen im ITAM gepflegt. So überschreibt ein späterer Sync keine manuell ergänzten Lebenszyklusdaten.

Eine einfache Feldliste mit den Spalten „Quelle“, „Ziel“, „Aktualisierungsregel“ und „Verantwortlich“ reicht für diese Entscheidung aus. Sie ist später auch bei Fehlern nützlich: Das Team weiß sofort, wo ein falscher Wert korrigiert werden muss.

4. Personenbezüge separat testen

Geräte- und Personendaten kommen häufig aus unterschiedlichen Quellen. Intune kennt den technischen Nutzerkontext; ein HR- oder Identity-System kennt Eintritt, Austritt, Abteilung und organisatorische Zuständigkeit. Prüfen Sie, mit welchem stabilen Merkmal Personen zusammengeführt werden — üblicherweise eine eindeutige geschäftliche E-Mail-Adresse oder eine andere intern festgelegte Kennung.

Testen Sie typische Sonderfälle: Namenswechsel, externe Personen, gemeinsam genutzte Geräte, Konten ohne Mailbox und bereits deaktivierte Nutzer. Automatische Zuordnungen sind nur dann hilfreich, wenn ihre Ausnahmen sichtbar bleiben.

5. Betrieb und Fehlerbehandlung definieren

Eine Integration braucht einen Besitzer. Legen Sie fest, wer fehlgeschlagene Synchronisationen prüft, wie häufig sie laufen sollen und welche Änderung eine manuelle Kontrolle erfordert. Bei einem MDM-Ausfall darf die letzte bekannte Inventarsicht nicht kommentarlos als aktuell gelten.

Kontrollieren Sie nach der Einführung regelmäßig Stichproben: Anzahl und Art neu angelegter Geräte, Datensätze ohne Seriennummer, Geräte ohne organisatorische Zuordnung und unerwartete Statusänderungen. Diese Kontrollen sind meist aussagekräftiger als eine einzelne große „Bereinigung“ vor dem Start.

Häufige Fehler bei der Kombination

Alles aus Intune ungeprüft als Asset übernehmen. Virtuelle, private, doppelte oder nur kurz registrierte Geräte können das Inventar unnötig aufblähen. Filter und ein Testlauf gehören vor die Vollsynchronisation.

Den Intune-Nutzer mit einer bestätigten Ausgabe gleichsetzen. Der technische Nutzerbezug ist ein starkes Signal, aber keine universelle Übergabequittung. Geteilte Geräte und Gerätewechsel brauchen einen klaren Prozess.

Kauf- und Garantiedaten im MDM nachbauen. Solche Felder werden dort oft unregelmäßig gepflegt. Halten Sie organisatorische und kaufmännische Daten in dem System, das für den Lebenszyklus zuständig ist.

Gelöschte MDM-Geräte aus der Historie entfernen. „Nicht mehr verwaltet“ und „darf aus der Bestandsdokumentation verschwinden“ sind zwei verschiedene Entscheidungen.

Ohne Verantwortlichkeit automatisieren. Auch ein technisch stabiler Sync produziert Ausnahmen. Ohne zuständige Person bleiben sie liegen und mindern schrittweise die Qualität des Inventars.

Intune mit AssetNode verbinden

AssetNode kann Geräte aus Microsoft Intune in das zentrale Inventar synchronisieren. Dort ergänzen Sie die technischen Daten um Kategorien, kaufmännische Informationen, Status, Zuordnungen und weitere Lebenszyklusdaten. Mitarbeiter, Zubehör, Lizenzen und nicht per MDM verwaltete Assets bleiben im selben Arbeitsbereich sichtbar.

Der sinnvolle Einstieg ist klein: Legen Sie zuerst die benötigten Personen an oder importieren Sie sie, verbinden Sie anschließend Intune und prüfen Sie eine überschaubare Gruppe synchronisierter Geräte. Danach können Sie Regeln für Zuordnungen, Benachrichtigungen oder Folgeaufgaben schrittweise ergänzen.

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